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Ballroom Blitz

Draußen üben die ersten Pyromanen bereits für Mitternacht, die Zettel und Plakate am Eingang des Getränkehändlers und dem Supermarkt gegenüber lassen keinen Zweifel aufkommen und bestätigen nochmals in fröhlicher Glitzerschrift: Es ist Jahreswechsel!

Gut, dass die es mir sagen. Von allein wäre ich vermutlich nicht drauf gekommen.

Keine Böller dieses Jahr und keine Lust zu feiern, auch wenn ich bereits zugesagt habe. Ich wärme mich mit dem ersten Espresso des Tages auf, habe die Musik voll aufgedreht, um mich bis heute abend mit aller Gewalt in Partylaune zu versetzen. Die Augenränder müssen bis dahin auch weg sein. Morgen früh dürfen sie wieder von meinem Gesicht aus jedem "Jau, die Party war lang. Na und?" entgegenstrahlen. Gute Vorsätze für das neue Jahr brauche ich auch nicht. Ich brauche mich im nächsten Jahr nicht daran zu erinnern, woran ich mich nicht gehalten habe. Ich werde nicht weniger rauchen und wenn doch, entscheide ich das spontan. Mehr Sport will ich bereits seit einigen Monaten treiben, da ändert die Vorstellung vom frisch begonnenen, kalten Januar überhaupt nichts dran.

Mein zweiter Espresso ist jetzt an der Reihe. Koffein bis der Körper heute Nacht von alleine das Zittern und Tanzen übernimmt.

Es wird langsam. Nach der Dusche sieht alles anders aus. Rasieren, umziehen und dabei "Sympathy For The Devil" anhören bis man irgendwann vor dem Spiegel Grimassen schneidet und über sich selbst lachen muss. Dann ist es soweit. Das Handy wird klingeln und jemand wird, durch laute Musik unterbrochen, fragen: "Wo bleibst du? Mach hin. Wir warten alle auf dich!"

Und das Ego bekommt einen kleinen Kick zusätzlich. Noch einen Espresso? Aber diesen hier mit einem Schuss Amaretto. Oder doch besser Sambuca. Ach was kostet die Welt? Beides rein.

Langsam werde ich vergessen, das ich eigentlich nicht feiern wollte. Denn heute muss man feiern. Es ist Sylvesterabend und jeder muss feiern. Einen Grund gibt es immer. Auf ein besseres Jahr. Auf ein Jahr, das hoffentlich genau so gut läuft, wie das letzte. Darauf, dass man das letzte beschissene Jahr vergräbt und vergisst. Auf das letzte Jahr, das so perfekt gelaufen ist, wie kein anderes zuvor. Irgendeinen Grund gibt es für jeden. Auch für mich gefälligst.

Bloß nicht die gute Musik aus den Ohren verlieren, bevor man nicht auf der Feier angekommen ist. Dort ist dann alles egal. Die Umarmungen, Küsschen rechts und links und die ersten Begrüßungscocktails sorgen schon für den Rest. Dafür, dass erst morgen früh der hämmernde Kopf einen wieder daran erinnert, sich zu fragen, was zum Teufel man denn jetzt eigentlich gefeiert hat. Dann taucht der Gedanke auf, dass das ganze Leben eben nicht eine einzige Party ist aber manchmal eben doch. Ob man will oder nicht.

 

MadActor - wünscht in diesem Sinne jedem ein frohes neues Jahr

 

31.12.08 15:33
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Alaya / Website (31.12.08 21:32)
ad: Danke, dass wir uns - oder vielmehr du mir - dieses Jahr über den Weg gelaufen bist. Auf, dass Du eine herrliche Party verlebst und sich Dein Kater im Kopf morgen in Grenzen hält.

Es umarmt Dich mit einem selig-glücklichen Lächeln,
die kleine Füchsin mit dem Steppenwolf im Kopf (einen Kater kann ja schließlich jeder haben ^^)

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