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Konzernophobia

Just The Two Of Us

Abgesehen vom nachmittäglichen Fernsehprogramm gibt es zur Zeit einfach nichts langweiligeres als lange Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Um dieser Langeweile den Kampf anzusagen, habe ich mir eine Spezialausrüstung zugelegt, mit der mir es möglich werden sollte, die nervenaufreibende Mischung aus Handygesprächen, Kindergeschrei, Handy-Melodie-In-Dauerschleife-Abspieler, Müttergeschrei und Lästerkaffeekränzchen in Viersitzer-Formationen zu besiegen.

Den neuen Samsung T10. Als ich ihn das erste Mal berührte spürte ich sofort, dass sein einziger Zweck, zu dem er je erschaffen wurde, darin lag, mir zu dienen. Jahrelange Industriespionage, koreanische Perfektion und die Disziplin und Fingerfertigkeit chinesischer Billiglohnarbeiter verschmolzen lediglich, um mir bei unserem ersten Treffen Tränen der Entzückung in die Augen zu treiben. Als ich es in den Händen hielt erkannte ich, dass meine Handflächen lediglich einer von zwei Teilen im göttlichen genialen Plan waren, mit dem Ziel, eine auf ewig funktionierende unschlagbare Fusion einzugehen, die mein Leben von Grund auf verändern sollte. Eine Symbiose aus Verstand, Technik und leichter Bedienbarkeit, die in der Lage wäre, Barbara Salesch und Co auf einen Schlag aus unserem Leben zu tilgen. Und das alles mit der Leichtigkeit eines Jake Blues (Ja, ich habe das Licht gesehen!).

Ich sah uns gemeinsam im Bus sitzen und über unser Leben philosophieren während die Mimik und Gebärden der anwesenden Kinder, Mütter und Großmütter sich in ein perfektes Metronom zum Takt der Musik verwandeln und lautes Gelächter und Unterhaltungen über den Ex-Freund des Ex-Freundes lediglich in Form von Iggy Pops Stimme zu mir durchdringen, der mir "The Passenger" praktisch live ins Trommelfell brummt.

Und so war es. Bis wir gemeinsam nach drei Tagen aus den Bus stiegen. Ich war in Gedanken versunken, mein Kopf wippte im Takt zur mir gebotenen Musik und mit einem Gefühl von Freiheit, guter Laune und Unschlagbarkeit atmete ich einen tiefen Luftzug der (nicht ganz so erwarteten) Dieselabgase des Busses ein und spürte diese unglaubliche Leichtigkeit, summend:

"He sees the winding ocean drive
And everything was made for you and me
All of it was made for you and me
.......pffft...tschh...piiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeep..........iiiiiiiiiiiieeeeeeep....."

Der piepige Todeskampf dauerte mehrere Stunden. Er ließ sich nicht ausschalten, noch wiederbeleben noch sonst irgendwas. Unsere Liaison war an diesem viel zu frühen Punkt einer Auszeit ausgesetzt. Einer Auszeit von insgesamt drei Wochen, bis ich ihn "repariert" wiederbekam (Akku, Modul und Front ausgetauscht!). Doch es ist nicht mehr das Selbe. Das Vertrauen, die Hingabe, die unschuldige Liebe zwischen uns beiden wird nie wieder die sein, die sie bis vor so kurzer Zeit noch gewesen ist. Und jedes Mal, wenn er nur den kleinsten falschen Mucks von sich gibt, werde ich wieder hellhörig, ja von Angst geschüttelt.

Ich will nicht mehr darauf verzichten müssen, meine Umgebung und meine Mitmenschen ausblenden zu können und in eine musikalische Gedankenwelt abzutauchen. Nebenbei: mein 10 Monate altes Handy (der Marke Samsung!) hat sich zwei Tage nach dem Infarkt des MP3-Players -vermutlich vor Trauer- entschieden, dass sämtliche Funktionen der Menütastatur von nun an einfach nicht mehr auszuführen seien. Wie dem auch sei. Während ich mein Mobiltelefon also mittlerweile zum einfachen Empfangsgerät zwangsdegradieren musste, hoffe ich auf eine lange und fruchtbare Zusammenarbeit bis zum wohlverdienten Ruhestand meines notoperierten MP3-Players. Als Kollegen halt. Frei nach dem Motto "Lass uns Freunde bleiben".

Und sollte er mich je wieder verlassen, werde ich als Beerdigungsstätte eine beliebige Körperöffnung eines Samsung-Vorstandsmitgliedes in Betracht ziehen.

 

 

MadActor - he sees things from under glass - he looks through his window side...singing la la la la lalalalaaa.

9.10.08 03:44


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Heather, paint a picture about how's gonna be...

Falls sich jemand mal die Zeit vertreiben will: die Telekom hat für sogenannte Prepaid-Kunden (also Kunden mit aufladbarer Handykarte) eine ganz tolle Hotline eingerichtet. Man erreicht sie kostenlos unter 2202 und wird empfangen von einer semi-erotischen Frauenstimme - ich taufte sie "Heather"-, welche einen begrüßt mit:

"Hallo und herzlich willkommen beim Kundenservice der Deutschen Telekom. Bitte erzählen Sie mir Ihr anliegen. Sie können mit mir sprechen wie mit einem normalen Menschen. Sie können mich auch jederzeit unterbrechen." (oder so ähnlich). Mein Staunen überschlug sich. Zum ersten Mal in meinem Leben bot mir eine Frau an, sie auch unterbrechen zu dürfen mitten im Satz!

Ich hatte eine Werbe-SMS von T-Mobile bekommen, in der es um einen gewissen Flatrate-Tarif ging. Ich fing also an: "Ich hätte gern Informationen zum Flatrate-Tarif, der in der SMS die ich von Ihnen bekommen hatte angedeutet wurde."

"Leider habe ich Sie nicht verstanden. Können Sie es bitte wiederholen?"

"Klar. Also: Ich hätte gern Informationen zum Flatrate-Tarif, der in der SMS die ich von Ihnen bekommen hatte angedeutet wurde."

Heather: "Ich habe Sie leider wieder nicht verstanden. Bitte benutzen Sie doch Stichwörter, wie z.B.: Info; Kosten; Service oder Angebote."

Also gut. Jetzt liegt das Problem wohl bei mir, oder wie? Okay: "Info."

"Wie bitte?"

"Info!"

"Ähm, was haben Sie gesagt?" (das ähm macht so natürlich menschlich, oder?)

"Infoooooo-ooo-ooooo!"

"Entschuldigen Sie, ich habe Sie leider nicht verstanden. Ich leite Sie an einen Service-Mitarbeiter weiter. Das kostet Sie lediglich 9 cent für die erste Minute und weitere..."

MadActor: "Hör mal, Heather. Wieso vergessen wir nicht einfach das ich Dich angeschrieen habe und Du gehst heute Abend mit mir aus anstatt mir mit einem Operator zu drohen?"

"Wie bitte?"

"Ja, ich meine es ernst. Du klingst echt sexy und ich denke, wir hatten einfach einen falschen Start, hm?"

"Ich habe Sie leider wieder nicht verstanden. Bitte benutzen Sie doch Stichwörter, wie z.B.: Info; Kosten; Service oder Angebote."

Mittlerweile resignierend: "Info."

"Entschuldigung, ich habe Sie wieder nicht verstanden."

"Du brichst mein Herz und trittst auch noch mit Füßen drauf!"

"Ich verbinde Sie jetzt mit einem Service-Mitarbeiter..."

"Stop...Stop...!"

"wenn Sie dies nicht wünschen, lege Sie bitte JETZT auf!"

So hat Heather in mir innerhalb von sechs Minuten Gefühle von Erstaunen über Hoffnung bishin zu Suizidgelüsten hervorgerufen. Und wehe jemand behauptet nun, dass es nur eine Maschine sei. Dem ist nicht so. Heather ist Heather. Und sie lebt! Beim zweiten Mal hat sie auf das Wort reagiert und mir einen Haufen Pseudo-Anglizismen (naja, diese von Deutschen erfundenen englischen Wörter wie "Message-Zone" ) entgegengeschleudert. Ich denke, ich habe bei Ihr von nun an absolut keine Chance mehr. Wie denn auch. Wer weiß wieviele Menschen sie täglich hört, die am Telefon nicht nur erotischer klingen und freundlicher sind sondern das Wort "Info" schlichtweg deutlicher Aussprechen können als ein mittelmäßiger Schauspielschüler mit fünf Semestern Sprechunterricht.

MadActor - demnächst ein verhältnis mit einer warmen mikrowelle anfängt

8.10.07 07:30


Leaving On A Hard Drive

"Flieger MadActor! Finden Sie das etwa witzig?" Nein, ich fand es nicht. Dennoch musste ich vor lauter ungewollter Ironie ständig lachen, was mir auch einene Dauerplatz beim sogenannten "Zugführer" bescherte. Eben las ich diese Meldung und erinnerte mich an damals, als mir bei der Bundeswehr ein Teil meiner Uniform abhanden gekommen ist. Erst wurde ich inoffiziell befragt, wie dies geschehen konnte. Als ich behauptete, dass es vermutlich sogenannte "Kameraden" gestohlen hätten, wurde ich nach Beweisen befragt. Diese hatte ich nicht, bis auf ein aufgebrochenes Schloss (was als Zivilist so gut wie unmöglich zu knacken war, da man kaum in den Bereich Zutritt erhielt). Danach hatte ich im Beisein eines Unteroffiziers drei(!) Formblätter auszufüllen, die alle dem anderen gleich waren. Als ich fragte, wieso ich das alles dreimal genauso ausführlich beschreiben sollte (z.B. mit Aufenthaltsangabe zur besagten "Tatzeit" ), wurde mir gesagt, dass es eine reine Verschwendung sei, dies alles zu fotokopieren. Ich bekam nichteinmal ein Kohlepapier zum kopieren, damit die "Originalität" gewährleistet sei. So vorsichtig waren dort allesamt. Im Nachhinein musste ich insgesamt ca. 25,50€ für alle verschwundenen Dinge bezahlen. Das Ganze passierte ungefähr im Jahre 2003. In diesem Fall frage ich mich, ob tatsächlich der Bericht über meine verschwundene Uniform sicherer aufbewahrt wurde, als sämtliche andere Bundeswehr-Daten. Auch das die Daten "nicht wieder rekonstruiert" werden können, ist merkwürdig. Immerhin kann man heutzutage bei jedermann alles (dank Windows) rekonstruieren, weil Daten gespeichert werden, die man einfach nicht löschen kann - selbst wenn man es mutwillig versucht. Nur deswegen konnte man u.a. vier NPD-Abgeordnete wegen Kinderpornographie verhaften - weil man ihnen die Daten auf ihren gelöschten(!) Festplatten nachweisen konnte. Wie dem auch sei. Anscheinend sind die Unterlagen über einen verschwundenen Gürtel und ein rotes Barett von "Flieger MadActor" besser aufbewahrt als sämtliche andere logistischen und strategischen Daten der Bundeswehr in ganz Deutschland. An Verschwörungstheorien glaube ich ja bekanntlich nicht...

 

 

 

 

MadActor - seine blogeinträge in zukunft nur noch 3-fach auf papier schreibt

27.6.07 05:52


Lookin' Back On The Track For A Little Brown Packet

Ich wurde sabotiert! Gestern war meine Sprechprüfung, in der ich einen eingebildeten, mit Fachbegriffen nur so um sich schlagenden "Orchesterdiener" spielen sollte. Dazu passend, hatte ich mir einen Pinguin-Frack zuschicken lassen wollen. Wie schön, dass dieser die Ehre hatte, sich nach vollen acht Tagen der Reise, in Form eines orangen Abholscheines bei mir zu melden. Es passiert mir immer aber auch immer wieder. Seit ich in dieser Wohnung wohne (also knapp 1 1/2 Jahre!) sind die einzigen Pakete, welche ich persönlich zugestellt bekomme, von jeder nur denkbaren Versandfirma dieser Welt. Aber nie - und ich betone: NIE(!) habe ich ein Paket von der Deutschen Post bzw. DHL an die Tür geliefert bekommen. Selbst den Abholschein bekomme ich nicht -wie andere Haushalte - direkt in den Briefkasten geworfen, sondern auch erst per Post zugeschickt. Was also insgesamt eine Verzögerung von weiteren zwei Werktagen bedeutet. Da meine Unterrichtszeiten so eingerichtet sind, dass ich tagsüber zuhause bin, kann esn ichtmal sein, dass mich der Bote nicht erreicht. Es ist halt umständlich, auszusteigen, zu klingeln, in den Fahrstuhl zu steigen, das Paket abzugeben, freundlich zu lächeln und eine Unterschrift einzukassieren. Auch das Anklingeln, um überhaupt mal an den Briefkasten zu gelangen (weil er sich innerhalb des Hauses befindet) wäre ja schwachsinnig für einen bequemen Menschen, der sich keine Vorstellung davon machen kann, wie wichtig die pünktliche Lieferung gewisser Pakete in der heutigen Zeit für einen Menschen sein kann. Also nimmt man alle Pakete -oder zumindes jene, die schwierig zuzustellen erscheinen- einfach zurück zur Zentrale und lässt von dort aus einen Abholschein abschicken. Sollen sich doch der Postbote und der Empfänger des Pakets die Arbeit aufteilen, für welche der DHL-Bote bezahlt wird. Ich rief schon vor einigen Tagen beim Post-Service an. Dort braucht man jedoch eine "Identifikations-Nummer" des Pakets bevor man überhaupt beraten wird. Als wollte er mich verspotten, tauchte der Abholschein heute im Briefkasten auf...einen Tag nach meiner Aufführung, bei der ich mich auf ein provisorisches Kostüm stützen musste. Es war nicht wirklich schlimm, da dieses Kostüm auch passend war, hätte aber noch schlimmer ausgehen können. Zudem waren die Kosten und Nerven nun umsonst verschwendet, da das Paket für mich jetzt keinen Wert mehr hat. An dieser Stelle danke ich mal wieder der DHL. Es freut mich, dass sich die Formel 1 laut Werbung auf einen so pünktlichen und zuverlässigen Partner beziehen kann, wenn es um dringende und wichtige Lieferungen geht. Ich plädiere an dieser Stelle dafür, den DHL-Boten, der die Pakete in meinem PLZ-Bereich ausliefern sollte, auf Grund besonderer Verdienste, der Formel 1-Logistik-Abteilung zugeteilt werden sollte. In der Hoffnung, dass seine Atemwege auf Grund eines verärgerten Formel 1-Rennstahl-Chefs mit einem zu spät gelieferten Rennwagen-Ersatzteil (evtl. in Form eines Auspuffs) geweitet werden, könnte ich mich dann entspannt zurücklehnen und mir in Zukunft wieder sorgenfrei Requisiten zuschicken lassen können, ohne dem Absender umständlicherweise jedes Mal zu erklären, weshalb er bitte auf UPS , FedEx oder Hermes zurückgreifen sollte.

 

 

MadActor - im begriff ist, ein paket mit fleischabfällen und dem  absendernamen des  besagten boten an eine fiktive adresse abzuschicken 

15.6.07 23:11


Ambulant Versorgt

Neulich -ich war grad im Bad und rasierte mich- klingelte es an der Tür. Ich ging an die Sprechanlage: "Hallo?" wartete..."Hallo?". Dann ein Klopfen an der Wohnungstür. Oh, okay. Ich hängte den Hörer auf und öffnete die Tür. Vor mir stand ein in Sanitäter-Kluft uniformierter, drei-tage-bärtiger junger Typ und lispelte: "Hallo. Die neue gesundheitsreform ist ja jetzt an der Tagesordnung und ich wollte Ihnen...". Ich unterbrach ihn ganz freundlich: "Sorry, hören Sie, ich unterstütze Ihre Sache ganz bestimmt, bin aber ausreichend abgesichert und zudem kann ich mir alles, was monatliche Beiträge kostet als Student wirklich nicht leisten, sorry nochmal." Er machte keine weiteren Anstalten, hob die Hände wie entwaffnet und zog sich direkt zurück ohne auch nur Tschüss zu sagen. Ich schloss die Tür und hatte mich eben zu ende rasiert, als es wieder an der Tür klopfte. Ich Trottel öffnete mal wieder und vor mir stand nun eine junge Frau mit Monica-Lewinsky-Gedächtnis-Pausbacken und ein junger -anscheinend taubstummer- Kerl. Sie brabbelte los, mit einem gefaketen Lächeln (die Augenpartie lächelte nicht mit!): "Hallo. Also, da ja nun die neue Gesundheitsreform..." "Entschuldigen Sie, ein Kollege von Ihnen war vorhin schon hier und ich hab ihm bereits gesagt, dass kein Interesse meinerseits besteht." "Oh, ähm...wieso, wer war denn hier?" Superfrage, du Schnalle. Soll ich mir jetzt einen Namen für ihn ausdenken? "Ähm, keine Ahnung, wie der gute Mann hieß. Aber wie gesagt: kein Interesse.". Sie verzog ihr Lächeln zu einem herablassenden Schmunzeln -der vermeintlich Taubstumme sah michdie gesamte Zeit über nur mit großen Augen an- und sie fragte: "Und warum nicht?" Ich erläuterte ihr nochmal die Gründe, wie ihrem Kollegen zuvor und fragte mit Blick auf ihre Weste, wie denn ihr Verein hieße. "LRS - Luftrettungsservice. Und als Student dürfte eine Ambulanz, die Sie aus eigener Tasche bezahlen müssten, wohl auch nicht sehr billig sein, oder?", warf sie mir schnippisch vor. Was erhoffte sie sich jetzt von dieser Reaktion? Dass ich rot werden und ihr sagen würde: "Mein Gott! Da haben Sie aber Recht. Kommen Sie bitte rein. Kaffee, Kuchen? Gott, bin ich froh, dass Sie hier sind, um mir zu helfen.Was hätte ich nur getan, wenn ich 360 € aus eigener Tasche zahlen müsste, falls ich mit einer Herzattacke abgeholt werden müsste..." Schwachsinn. Welcher normale Mensch würde sich denn so verhalten? Ihre Chancen, überhaupt noch was zu gewinnen, fielen unaufhaltsam in den Keller. "Ja", nickte ich "aber ich bin Optimist und kerngesund. Ich gehe einfach mal davon aus, dass ich in nächster Zeit keine Ambulanz brauchen werde. Und selbst wenn, bin ich tatsächlich verdammt gut krankenversichert..." Sie verdrehte die Augen, als sie mich unterbrach: "Jaja, klar. Also gut abgesichert können Sie sowieso nicht sein. Das ist so gut wie unmöglich. Totaler Quatsch, also was das betrifft...", ich wartete den Rest ihres tölpelhaften Überzeugungsversuches garnicht mehr ab und unterbrach sie ebenfalls: "Wie gesagt. Kein Interesse. Sorry." Sie wünschte mir noch "Hals- und Beinbruch" für die Zukunft, als ich gerade die Tür geschlossen hatte. Ich nahm dies aber als Aufforderung, sie nochmal zu öffnen und mir ihren Namen geben zu lassen. Ein Telefonat später erntete ich eine Entschuldigung von der LRS GmbH und die höfliche Zusicherung darüber, dass man sich um das künftig freundlicheres Verhalten ihrer Mitarbeiter bemühen werde. Der -über das Verhalten sehr aufgebrachte, Herr am anderen Ende der Leitung meinte dann noch was wie: "Sie müssen aber auch verstehen, dass die Mitarbeiter, welche die Hausbesuche machen nicht gerade zu unserer...naja...also First Class gehören." Das hätte er mir nun wirklich nicht mehr erklären brauchen. Jedoch fragte ich mich, inwiefern es klug ist, einen third class Mitarbeiter den ersten Kundenkontakt herstellen zu lassen. Der erste Eindruck ist doch entscheidend. Wenn ich dann erstmal durch einen Knebelvertrag an die GmbH gebunden bin, kann ich ohnehin nichts mehr dagegen machen, wenn ich unverschämt oder schlecht behandelt oder informiert werde...In letzter Zeit scheine jedenfalls entweder ich es darauf anzulegen, solche Leute zu treffen oder irgendwer hat sich gegen mich verbündet. Das nächste Mal werde ich den LRS-Bediensteten gleich an Ort und Stelle einem praktischen Test unterziehen, um zu sehen ob er wenigstens bei der eigenen Firma mit einer Zusatz-Ambulanz abgesichert ist.

 

Zwei Fragen tauchten im Nachhinein in meinem Kopf auf:

1.Ob ich den Krankenwagen denn wohl auch als kostenloses Taxi hätte nutzen können?

und 2. Was hat ein "Luftrettungsservice" mit kostenlosen Ambulanz-Krankentransporten zu tun?

 

 

MadActor - auf einen eigenen krankenwagen spart...

25.4.07 15:51


Konzern Vol. 2 1/2

Ich nutze einen PC, mit dem könnte ich rein theoretisch (gut, ich tu's ja) auf das Internet zugreifen. Und damit könnte ich theoretisch auch Internet-Radio empfangen (was ich übrigens nicht tue) und ich könnte mir auch eine TV-Karte einbauen, womit ich dann die z.Zt. im Internet abrufbaren Mitschnitte (kein ganzes Sendeprogramm) von öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern (sprich: ARD, ZDR, Wdr, etc) anschauen könnte. Die Schlussfolgerung, die sich mir nun aufdrängt, dass ich dann nur rein theoretisch GEZ-Gebühren bezahlen müsste, sehen diese aber anders. Ich finde die GEZ mittlerweile ziemlich lästig. Nicht nur aus dem Grund, dass sie ständig vor der Haustür stehen, merkwürdige Schreiben aufsetzen und deren Mitarbeiter auf Provision arbeiten. Nein, seit der neuen Regelung, die für 2007 vorgeschrieben ist, nämlich die, dass Personen/Haushalte/Firmen für internetfähige PC und UMTS-Handys jetzt auch Gebühren zahlen sollen, sehe ich nirgendwo mehr ein anderes Thema, als die GEZ. (Es war heute regelrecht eine Entspannung, dass Saddam Hussein zum Tode verurteilt wurde, weil das Thema damit für mich erstmal in den Hintergrund gerückt ist. Doch HIER ist es wieder: ). Jedes Mal, wenn ich davon las, war ich gezwungen, darüber nachzudenken und die Argumentation, auf welche die GebührenEinzugsZentrale aufgebaut ist, nachzuvollziehen. Diese Gedankengänge sahen bei mir im Kopf immer wieder in etwa so aus:



Ich besitze einen Fernseher, einen CD-Player mit Radio. Ich besitze ebenso 6 Konsolen samt Spielen, die allesamt an den Fernseher angeschlossen sind...und ich besitze CDs, sogar einige Schmuckstückchen, die man immer wieder hören kann. Ich sehe kein ZDF und kein ARD und höre kein Radio...aber ich zahle dafür, weil ich es ja könnte. Ich besitze auch mehrere Messer, die nutze ich z.B. um in der Küche das Essen zuzubereiten oder um andere Haushaltsaufgaben zu erledigen. Ich könnte damit aber doch auch mal jemanden umlegen, oder?...........



So und ähnlich liefen die Gedankenketten bei mir ab und jedes Mal war ich kurz davor, mich der Polizei zu stellen, so rein prophylaktisch, bevor einer der GEZ-Fahnder bei mir klingelt und ich versuchen würde, ihm den Gedankengang am praktischen Beispiel zu erläutern. Mal ehrlich, ich bin nicht die Generation ARD und ich sehe auch nicht mit dem Zweiten besser. Mein Lieblingssender ist z.Zt. ganz einfach Pro 7. Ja und ich stehe dazu. Ich hasse auch Gerichts- und Talk- und B- und C-Promi-Shows. Ich sehe gern Filme und meistens auf DVD (hab einen Videotheken-Ausweis. Bin mal gespannt, wann der Erste von der GEZ die Verbindung vom Ausweis zum Fernseher und somit automatisch zu den Öffentlich-Rechtlichen schafft!). Ich verstehe auch nach wie vor nicht, wieso sich diese o.g. Sender vor dem öffentlichen Wettbewerb drücken. Andere Sender verdienen ebenso ihr Geld durch Werbeeinnahmen und müssen als Gegenleistung eben dafür sorgen, dass die Quote erreicht wird (was auch nicht immer positiv ist, denn die Quote steigt z.Zt. eindeutig durch Voyeurismus -Big Brother, Dschungel-Camp - und Schadenfreude - sämtliche Polizei-Sendungen, Klatsch und Tratsch - von der Super-Nanny ganz zu schweigen!). Naja, und wenn ich das richtig verstanden habe (wovon ich gerne ausgehe), dann wollen die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender nun auch bald mal im nächsten Jahr, irgendwann, unter Umständen, eventuell, möglicherweise den privaten Sendern nachziehen und man soll sie auch über TV-Karte auf dem PC empfangen können. Tja, wieviele Zuschauer ihrer Zielgruppe kriegen das wohl noch auf die Reihe, sich den Musikantenstadl über das Internet anzusehen? Ich hätte sehr gern dann mal eine Quoten-Statistik, in der dann der Vergleich zu den privaten Sendern, die übrigens keine Gebühren extra dafür verlangen-bisher nicht-, aufgeführt ist.


Ich meine nur, wenn sich die Öffentlichen jetzt mal überlegen: "Hm...wir bauen einfach auf jeden Marktplatz in jeder Stadt eine Riesenleinwand, über die wir dann auch zu empfangen sind..." dann müsste theoretisch jeder Bürger der Stadt eine GEZ-Gebühr zahlen, weil er könnte ja über den Marktplatz gehen und dabei könnte er auch einen Blick auf die Leinwand werfen, selbst wenn dort nicht ein öffentlich-rechtlicher Sender ausgestrahlt würde, aber man könnte ihn dort auch zeigen...(Falls das so eintrifft: Ich sichere mir hiermit die Rechte auf diese Idee und will prozentual daran beteiligt werden. Bitte auf "Kontakt" klicken und eine Mail schicken.) Nee. Also, entweder verstehe ich wirklich alles falsch oder aber hier läuft ein Riesending ab, in dem ich dann am Ende der Blöde bin. Und das wurmt mich. Ebenfalls stört mich das Verhalten von GEZ-Fahndern, die z.B. gegen das Datenschutzgesetz verstoßen, indem sie einen Zweitjob bei einer KFZ-Versicherung haben und somit sämtliche Leute mit PKW (und dann wird von einem Radio ausgegangen, mit dem man den Wdr hören könnte) abmahnen und horrende Nachzahlungen verlangen. So, ich könnte (ups!) noch viel mehr schreiben. Stattdessen überlasse ich das den beiden Links, die ich hier reinsetze:



gez-abschaffen.de -ist ganz nett, trotz einiger Tippfehler und das der Herr Journalist ständig auf sein Buch verweist. Aber es ist ein sehr interessanter Schriftverkehr dabei.


gez-muss-weg.de -sehr reißerisch. Ein wenig aggressiv im Ton, weswegen sie noch längst nicht immer Unrecht haben.



Und zu guter Letzt ein Artikel aus dem Spiegel online , in dem erläutert wird, welche Unis und Hochschule nachträglich zur Kasse gebeten wurden.


MadActor - im verschwitzten Unterhemd mit Küchenmesser auf der Lauer nach GEZ-Fahndern

6.11.06 00:24


Ein Konzern und mein bekackter Sonntag

Was für ein bekackter Sonntag bisher. Ich muss bis morgen 2 Texte auswendig lernen, die ich bis heute aufgeschoben habe und das Schlimme ist, dass ich genau weiß, dass ich es bis morgen früh aufschieben werde...Gott, ich bin mir selbst sowas von vorhersehbar. Zudem muss ich zu einem Gerichtstermin ca. 160km weit weg fahren und hab überhaupt noch keine Ahnung, wie ich die Hin-und Rückfahrt finanzieren soll. Die Deutsche Bahn geht mir einfach nicht mehr rein. Das Problem ist einfach, dass sie immer noch eine Monopol-Stellung hat und man keine großartige Alternative hat, außer die Bahn zu nehmen (gerade als Student) und somit diesen absolut Service-unfreundlichen Verein auch noch zu unterstützen. Gerade auf Grund dieser Stellung werden bei der DB vermutlich Mitarbeiter auch nicht auf Kundenfreundlichkeit oder Service geschult, weil einfach davon ausgegangen wird: "Hey, Sie haben ein Problem mit uns? Ja, fahren Sie doch das nächste Mal mit einer anderen Bahn, hehehe!" Ich war schon einmal kurz davor, mir tatsächlich eine Draisine zu kaufen und die körperliche Anstrengung (entgegen meinen Prinzipien) der geistigen vorzuziehen, wenn man sich mal wieder mit so einem "Bahnmenschen" auseinandersetzen muss, und die Strecke im dreckigen verschwitzten Unterhemd (da ist er wieder, der Bruce!) abzuarbeiten. Sehr skeptisch wurde ich letztendlich, als der Riesenservice und die Unkompliziertheit der Bahnmitarbeiter sich erst entfaltete, als ich Soldat war und somit einen entsprechenden Bahnausweis mithatte. Die Damen wurden Flirtbereit, die Herren wollten nichtmal meinen Ausweis sehen und lächelten freundlich, stellten mir sogar private Fragen! Völlig nach dem Motto "Scheißverein sucht Scheißverein"...na klasse! Und mit der Propaganda ist es das Selbe. Die Bahn kann in sämtlichen Statistiken mit Super-Sonder-Angeboten und Billigpreisen aufwarten. Rein offiziell. "Das die keiner nutzt, da sind WIR (Die Bahn) ja nicht Schuld dran. Ne, wieso auch, wenn man für 9,50€* (man achte auf das Sternchen = *) quer durch Deutschland kann und die Leute lieber 120,00€ für eine Fahrt zahlen...das ist ihr gutes Recht"...Hm...dabei müsste man das Kleingedruckte lesen, ganz weit unten und so klein, dass man es kaum entziffern kann, steht nämlich:



Gilt nur, wenn Sie es schaffen, in der Warteschlange weniger als 1 Stunde anzustehen, dann einen einarmigen Handstand machen, mit den Füßen jonglieren und der anderen Hand einen Himbeersaft (mit genau 87%igem Fruchtgehalt!) trinken und dabei die Passage "Auf in den Kampf, Torrero" aus "Carmen" von Bizet gurgeln, ohne was zu verschütten"

 



und wenn man das geschafft hat, sagt Euch der "Bahnmensch":"Tut mir leid, wir hatten ein riesen Kartenkontingent von 2 Karten bundesweit und die sind, sage und schreibe, alle schon vergeben." Was er nicht sagt:"...an Bahnmitarbeiter, die (vermutlich) Vorrechte haben und diese Leistungen ohne * nutzen können....*grins-blöd*"

Ich plädiere an dieser Stelle für http://mitfahrgelegenheit.de. Soviel dazu und mir fallen noch viel mehr solcher "Organisationen" wie die DB ein, da ich gerade davon schreibe. Mal sehen, vielleicht ist das eine Zusatzseite wert...

 

MadActor 

5.11.06 18:36








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